Fußballer freuen sich auf neuen Platz

Gemeinde Gutach unterstützt das Kunstrasenprojekt des Sportclubs Gutach-Bleibach mit
150 000 Euro.

100346077

So viele Zuhörer sind sonst nie bei einer Gemeinderatssitzung anwesend. Mit Plakaten bewaffnet kamen Mitglieder, vor allem junge, deren Eltern und Vorstand Michael Baumer (rechts), um das Projekt Kunstrasenplatz für den SC Gutach-Bleibach vorzustellen und die finanzielle Beteiligung der Gemeinde zu bewirken – mit Erfolg. Foto: Heiss GUTACH. So voll sind die Zuhörerreihen im Bürgersaal im Bleibacher Bahnhof sonst nie bei einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates Gutach. Zwei Themen waren dafür ursächlich: Zum einen das Kunstrasenprojekt des SC Gutach-Bleibach, das viele Mitglieder anzog, zum anderen kamen Anwohner der Hörnlebergstraße und Bauherren des Neubaugebietes “Alte Ziegelei”, die sicher stellen wollten, wie und wann die Erschließungsaktivitäten dort abgewickelt werden (darüber berichtet die BZ noch). Als Fachmann für Kunstrasenplätze war Carlo Lehmann von der Firma “Conceptplan 4” anwesend. Zur Vorstellung des erarbeiteten Projekts mitsamt Kostenrahmen, worunter die Eigenleistungen des Vereins fallen, hatte Michael Baumer vom SC-Vorstandsteam eine PowerPoint-Präsentation mitgebracht. Gleich zu Beginn betonte er: “Wir brauchen heute eine Entscheidung vom Gemeinderat.” Der Badische Sportverband sei bereit, einen Zuschuss für den Kunstrasenplatz zu leisten, in Höhe der gedeckelten Summe von 67 500 Euro. Jedoch nur unter zwei Bedingungen: Erstens müsse dort der Betrag genau angegeben werden, mit welchem sich die Gemeinde an der Umsetzung beteiligt. Zweitens müsse der Pachtvertrag, der im Moment für fünf Jahre festgelegt ist, auf 25 Jahre ausgestellt werden. Letzteres sei notwendig, um solch einem kostspieligen Bauvorhaben eine langfristige Sicherheit zu geben, antwortete Carlo Lehmann auf die diesbezüglich Frage von Barbara Schuler (ÖL). Schuler hatte zudem festgestellt, “dass der Pachtvertrag bislang überhaupt noch nicht angesprochen wurde bei der Beratung des Vorhabens”. Da Lehmanns Begründung ausreichend erschien, wurde das auch nicht weiter debattiert. Zur weiteren Finanzierung gab Finanz-Vorstand Baumer bekannt, dass der Verein selbst 50 000 Euro über Sponsoren und Förderer beiträgt, plus Eigenleistungen am Bau von 30 000 Euro. “Für das Projekt ist ein Vorsteuerabzug von zirka zwölf Prozent möglich”, ergänzte der Vorsitzende. Posten, wie die Eintrittsgelder für Spiele der ersten Mannschaft, könnten darauf angerechnet werden.

SC sammelt Spenden und will selbst Hand anlegen Der Kostenrahmen, den Conceptplan für den Kunstrasenplatz im Juli 2014 aufgestellt hat, beläuft sich auf 282 510 Euro (Baukosten), zuzüglich rund 20 000 Planungskosten. Eberhard Oswald (FW) wünschte vom Experten zu erfahren, welche Eigenleistungen der Verein tatsächlich erbringen kann und darf. Carlo Lehmann, dessen Unternehmen bereits viele Kunstrasenplätze, und in der Umgebung die in Niederwinden und Simonswald realisiert hat, erklärte: “Die Eigenleistungen können nur im Bereich Tiefbau, Abbruch- und Erdarbeiten erbracht werden.” Das Verlegen und die Installation des Kunstrasenplatzes sei dann Sache von Spezialisten, und die Standardgewährleistung für dessen Haltbarkeit und Qualität betrage zehn Jahre. “Je mehr außen herum gemacht werden soll, desto mehr Eigenleistungen können gebraucht werden”, ergänzte er. Neben den hinlänglich bekannten Vorteilen, die ein Kunstrasenplatz gegenüber einem Hartplatz hat, wie ganzjährige Bespielbarkeit (Oswald) und weniger Verletzungsgefahren (Lehmann), brachte Sebastian Rötzer (CDU) weitere Wortbeiträge aus dem Ratsgremium auf einen Nenner: “Ich habe Vertrauen in die Firma, die Akquisen sind gut. Wir schätzen das Engagement und die Arbeit des Vereins und wollen versuchen, heute Abend ein Signal zu setzen, dass wir das unterstützen.” Der Verein hat 520 Mitglieder, davon 50 Aktive (in den zwei Herrenmannschaften) und 190 Kinder und Jugendliche in 13 Jugendmannschaften und einer Mädchenmannschaft, plus eine Alt-Herren-Mannschaft. Bürgermeister Urban Singler leitete über zur Beschlussfassung. “Nach längeren Vorgesprächen mit den Fraktionen haben wir festgelegt – unter Vorbehalt, dass der Zuschuss vom Badischen Sportbund und die anderen finanziellen Zusagen genau in dem Umfang fließen –, dass die Gemeinde bereit ist, einen maximalen Betrag von 150 000 Euro beizusteuern.” Für die dann einstimmig gefasste Entscheidung erntete der Gemeinderat tosenden Applaus.

Kommentare sind geschlossen.